Mosambik: Wasser ist Leben

Wassermangel ist eines der grössten Probleme, das die Franziskanerinnen im Dorf Nyangila gemeinsam mit allen Dorfbewohnern zu bewältigen haben. Täglich gehen die Schwestern und Frauen des Ortes zu einem entfernt gelegenen offenen Brunnen. Das Wasser ist verschmutzt und bringt Krankheiten, die vermieden werden könnten. „Wir haben zurzeit keine andere Wahl“, schreibt uns Schwester Anne.

Im Umfeld der Franziskanerinnen gibt es eine Grundschule und ein kleines Gesundheitszentrum für Mütter mit Kindern. Auch hier ist die Bewältigung der täglichen Herausforderungen schwierig, weil sauberes Wasser fehlt. Von Krankheiten, verursacht durch verschmutztes Wasser, sind besonders die Kinder betroffen. Sauberes Wasser bedeutet Leben, ohne dieses ist der Mensch geschwächt und kann auf Dauer nicht überleben.

Schwester Anne will hier helfen und für eine deutlich besser Lebensqualität der Kinder und Erwachsenen im Ort Sorge tragen. Dafür ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser essenziell. Mit dem Bau eines Brunnens mit elektrischer Pumpe und einem Wasserturm mit Wassertank will die Franziskanerin das tägliche Leben der Menschen im Dorf verbessern. Dafür bittet sie uns um Unterstützung.

Mit 17,600 Franken für den Bau eines Brunnens möchten wir helfen.

Syrien: Nach zehn Jahren Bürgerkrieg

Ohne Zukunftsperspektiven und in grosser Unsicherheit leben die Menschen in Syrien bis heute. Immer noch sind ganze Strassenzüge zerstört. Lebensmittel sind knapp oder zu teuer, ebenso Medikamente und medizinische Versorgung. Die Strom- und Wasserversorgung funktioniert nur eingeschränkt. Gas darf nur zweimal monatlich gekauft werden, da der Nachschub aufgrund internationaler Sanktionen fehlt. Arbeitsplätze gibt es kaum. Der Währungsverfall tut sein Übriges.

So können auch jene, die eine Arbeit haben, ihre Familien kaum ernähren. Die Coronakrise verschlechtert die bereits prekäre Lebenssituation zusätzlich. Das tägliche Überleben ist ein kräftezehrender Kampf schon für die Kleinsten. In Damaskus und Aleppo wirken unsere franziskanischen Mitbrüder. In Nothilfezentren kümmern sie sich um die ärmsten Familien. Bruder Bahjat hilft den Menschen in Damaskus, Bruder Joel in Aleppo. Sie verteilen Lebensmittelpakete, Babynahrung und Grundausstattungen für Babys.

Familien, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können, erhalten Zuschüsse. Sie verteilen Medikamente an Kranke und finanzieren lebensnotwendige medizinische Behandlungen. Mehr als 2.000 der ärmsten Familien erhalten Überlebenshilfen. Bruder Bahjat und Bruder Joel bitten uns um Unterstützung, damit sie diese wichtige Arbeit zum Überleben ganzer Familien weiterführen können.

Mit 38,500 Franken für Lebensmittel, Medikamente, medizinische Behandlungen, Babynahrung, Babygrundausstattungen und Stromzuschüsse möchten wir helfen.

Mali: Drei neue Klassenzimmer

Manche Kinder von Koumbela haben die Möglichkeit, täglich einen weiten Fussmarsch zurückzulegen, um die Schule in der entfernten Ortschaft zu besuchen. Dort sind die Klassenräume völlig überfüllt und die Lernfortschritte gering. Die meisten Kinder von Koumbela arbeiten so auf den Feldern und lernen weder lesen, schreiben noch rechnen.

Generell ist es in Mali keine Selbstverständlichkeit, dass Kindern die Möglichkeit geboten wird, eine Schule zu besuchen. Der Wissenshunger ist gross, er wird aber kaum gestillt. Die Franziskanerinnen arbeiten seit vielen Jahren in Koumbela. Sie haben Alphabetisierungskurse für Frauen und mobile Kliniken für die Gesundheit der Menschen ins Leben gerufen.

Der Dorfrat hat nun die Schwestern gebeten, bei den Kleinsten anzufangen und eine Vorschule mit drei Klassenzimmern aufzubauen. Insgesamt sind es 120 Mädchen und Jungen bis sieben Jahren, die diese Schule besuchen sollen. Die Eltern werden dafür sorgen, dass die Lehrkräfte finanziert werden. Für den Bau des Schulgebäudes fehlen allerdings die Mittel. Schwester Elisandra bittet uns auch im Namen aller Eltern und des Dorfrates um Hilfe.

Mit 25,000 Franken für den Bau von drei Klassenzimmern möchten wir helfen.

Haiti: Und wieder trifft es die Ärmsten

Wieder bebt die Erde, und wieder fallen Häuser und Hütten wie Streichhölzer zusammen. Menschen sterben unter den Trümmern. Tausende Verletzte und Obdachlose hinterlässt das Erdbeben vom 14. August im Süden des Landes. Wieder verlieren so viele Menschen geliebte Familienmitglieder und Freunde. Sie verlieren das Wenige, was sie hatten.

Die Franziskanerinnen und Franziskaner auf Haiti haben sofort geholfen, wo sie helfen konnten. Haben gegeben, was sie geben konnten. Was jetzt besonders gebraucht wird, sind Grundnahrungsmittel wie Reis, Mais, Nudeln, Tomatenpaste, Salz, Öl, Milchpulver, Zucker, Bohnen, Erbsen und Hygieneartikel wie Seifen, Zahnpasta, Toilettenpapier, sowie Wasserkanister, Zeltplanen, Medikamente und Verbandsmaterialien.

Pater Wilfrid bittet uns um unsere Hilfe, damit die Menschen an den Orten grössten Leids in den kommenden Wochen das Notwendigste für das tägliche Überleben haben.

Bitte helfen Sie mit, jeder Rappen zählt!

Bolvien: Wenn das Krankenhausauto kommt

Aufregung herrscht in jedem Dorf, wenn sich die mobile Klinik der Franziskaner ankündigt. Wartezimmer ist meist der Wegesrand unter freiem Himmel.

„San Lucas“ ist die franziskanische Organisation im Gebiet der Chapare auf dem bolivianischen Hochland, die sich vielfältig für die Gesundheit der Ureinwohner in den schwer zugänglichen Orten einsetzt. Mit der mobilen Klinik fährt ein Ärzteteam täglich in die abgelegenen Dörfer. Zahnbehandlungen werden durchgeführt, Notfallbehandlungen sowie allgemeinmedizinische und frauenheilkundliche Untersuchungen. Ebenso erhalten die Menschen fundierte Informationen zum Schutz vor dem Coronavirus

8.000 Menschen bekommen durch die mobile Klinik vielfach lebensrettende medizinische Hilfe. Mit der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen liegt es den Franziskanern am Herzen, die Kindersterblichkeit deutlich zu reduzieren. Pater Anselmo schreibt uns, dass die Menschen die Behandlungen nicht bezahlen können, daher sind die finanziellen Mittel immer sehr knapp. Deshalb sendet er seine Bitte um Hilfe zu uns in die Schweiz.

Mit 39,600 Franken für medizinische und zahnmedizinische Behandlungen, Medikamente, Zahnbürsten und Zahnpasta sowie die Lohnkosten für die Ärztinnen, Ärzte und Krankenschwestern möchten wir helfen.

Argentinien: Kinder brauchen gesundes Essen

Babys und Kleinkinder in Yacuya, einer Ansiedlung ganz im Norden Argentiniens, leiden an Unter- und Mangelernährung. Ihre Chancen, sich gut und altersgerecht entwickeln zu können, sind sehr gering. Die Familien leben in leidvoller Armut. Wasser- und Stromversorgung gibt es nicht. Lebensmittel sind wenige da, weil die Ernten durch die Hitze vernichtet werden.

Die Franziskaner haben ein umfassendes Ernährungsprogramm für Neugeborene bis Kinder von fünf Jahren aufgebaut. In Zusammenarbeit mit einer Ernährungsberaterin, Ärzten, Krankenschwestern und Kindergärten kümmern sie sich um 134 unterernährte Kinder mit ihren Müttern und schwangere Frauen. Sie erhalten Nahrungsmittel und Milchpulver. Es werden regelmässige medizinische Kontrollen durchgeführt, die Mütter werden darin geschult, wie gesunde Ernährung zubereitet wird.

Bei regelmässigen Hausbesuchen besprechen die Fachpersonen mit den Müttern die nächsten Schritte. Das Anliegen ist es, Mangelernährung bei Kleinkindern zu vermeiden und ihnen somit eine gesunde Entwicklung in den wichtigen ersten Lebensjahren zu ermöglichen. Mit einem Beitrag von 14 960 Franken möchten wir der Bitte von Bruder Martín für Lebensmittel, Milchpulver und die Honorare des medizinischen Personals nachkommen.

Indonesien: Licht der Liebe

...so heisst das kleine Haus in Jayapura, das unsere franziskanischen Mitbrüder in West-Papua leiten. Im Hospiz für Aidskranke kümmern sie sich um 560 Patienten, darunter 20 Kinder, meist ambulant. In Notfällen werden die Kranken stationär aufgenommen.

Bruder Konstantinus und Bruder Agus arbeiten hier und sind für die oft stigmatisierten Betroffenen in allen Belangen da. Ärzte sind immer abrufbereit.

Pater Konstantinus bittet uns um eine Unterstützung von 8 910 Franken für Medikamente, Zusatznahrung, den Fonds für Beerdigungen sowie die Gehälter zweier Pflegekräfte und des Kochs. Gerne möchten wir hier gemeinsam mit Ihnen helfen.

Sambia: Sicher und trocken

Lusaka platzt buchstäblich aus allen Nähten. Sie wächst und wächst, Städteplanung und Infrastruktur fehlen jedoch völlig. In den Slums stapeln sich eng an eng liegende Hütten und Baracken. Es fehlen feste Unterkünfte, Arbeitslosigkeit ist Alltag, Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten gibt es kaum. Das Leben der Menschen ist ein täglicher Kampf, bei dem Kinder, Frauen und Männer am Morgen nicht wissen, wie der Abend wird. Chipata ist eines der vielen Slums.

Hier wirken die Franziskanerinnen besonders für Waisenkinder und Witwen mit ihren Familien. Sie haben unter anderem eine grosse Farm aufgebaut, wo sie Mais, Bohnen, Süsskartoffeln und Erdnüsse anbauen. Damit versorgen sie 278 Waisenkinder in ihrer Umgebung und 36 Witwen mit ihren Kindern. Aufgrund der Verbesserung des Wasserzugangs und der Anschaffung eines Traktors ist nun die Ernte sehr gut ausgefallen. Jetzt haben die Schwestern dringenden Bedarf, die Ernte trocken und sicher lagern zu können.

Dafür brauchen sie dringend Lagerräume. Zudem benötigen sie vier kleine Zimmer, damit Schwestern, die zur Mitarbeit auf die Farm kommen, eine Schlafmöglichkeit haben. Für den Bau der Lagerräume und die vier kleinen Schlafzimmer bittet Schwester Paula uns um einen Beitrag von 13 100 Franken, die wir gerne nach Sambia senden möchten.

Kenia: Ein Brunnen für Schulkinder

Die erste morgendliche Amtshandlung der Schülerinnen und Schüler der Technischen Schule der Franziskanerinnen in Bondo ist es, einen fünf Kilometer langen Marsch auf sich zu nehmen, um Wasser für den täglichen Schulbedarf zu holen. Ein Umstand, der sehr viel Zeit und Kräfte in Anspruch nimmt.

Beladen mit schweren Kanistern, kehren die Mädchen und Jungen dann zurück, um im Klassenzimmer Platz zu nehmen und dem Unterricht zu folgen. Für unsere Breiten unvorstellbar. Insgesamt besuchen 500 junge Menschen diese Schule, wobei 130 von ihnen eine Hörbehinderung haben. Die an der Schule vorhandenen Wassertanks zur Regenwasserspeicherung reichen nicht, da es zu selten regnet.

Die Situation ist leidvoll. Um hier helfen zu können, möchten wir der Bitte von Schwester Celestine zügig nachkommen und den Betrag von 19 470 Franken für den Bau eines Tiefenbrunnens mit Pumpe und Solaranlage nach Bondo senden.

Tansania: Licht zum lernen

Bereits um halb sieben Uhr abends geht in Same die Sonne unter. Die Dämmerung schreitet schnell voran, und schon eine halbe Stunde später ist es dunkel. 290 Kinder im Schulkomplex Mother Kevin leben im Internat. Zum Lesen und Lernen halten sie sich in den Klassenzimmern auf.

Licht in den Klassenzimmern am Abend gibt es selten, da die staatliche Stromversorgung unzuverlässig oder der Strom für die Franziskanerinnen zu teuer ist. Ein weiteres Problem ist die Wasserversorgung. Ohne Strom gibt es auch kein sauberes Trinkwasser, da der Brunnen nicht bedient werden kann.

Damit die Franziskanerinnen für die Kinder zuverlässig Licht und Wasser haben und sich von der staatlichen Versorgung unabhängig machen können, möchten sie eine Solaranlage installieren lassen. Zudem möchten sie den Tiefbrunnen auf dem Schulgelände mit einer Solarpumpe versehen, damit der Zugang zu sauberem Trinkwasser täglich gewährleistet ist. Schwester Mary bittet uns hierfür um eine Hilfe von 14 850 Franken.

Ghana: Bildung eröffnet Chancen

Jirapa liegt im Norden Ghanas. Hier wirken Franziskanerinnen bereits seit über achtzig Jahren. Sie errichteten ein Krankenhaus, damit die Menschen in der nahen und weiten Umgebung eine gute medizinische Versorgung bekommen. Da auch hier Mädchen häufig keine Möglichkeit haben, eine weiterführende Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen, haben die Franziskanerinnen vor mehr als sechzig Jahren die St. Francis High School eröffnet. Hier haben Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit, eine Ausbildung als Krankenschwester, Erzieherin, Lehrerin, Modedesignerin oder Ernährungsberaterin zu absolvieren.

Einen Beruf zu erlernen, schafft eine Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und mit dem eigenen Verdienst die Familie ernähren zu können. Das ist ein Weg heraus aus bitterer Armut. Doch das Schulgebäude für den Praxisunterricht ist mittlerweile so marod, dass dort nicht mehr unterrichtet werden kann. Die Wände sind rissig, das Dach undicht, das Abwassersystem funktioniert nicht mehr ebenso wenig wie die Elektrik, die ganz ausfällt oder Funken sprühen lässt. Daher können zurzeit keine weiteren Schülerinnen aufgenommen werden.

Schwester Martha bittet uns um unsere Hilfe, damit das Gebäude zügig renoviert werden kann und 60 Schülerinnen die Schule für ihre berufliche Bildung wieder besuchen können.

Syrien: Die Verletzungen des Krieges

Der Krieg in Syrien geht im Südwesten nach wie vor weiter. Immer wieder gehen vereinzelt ziellose Mörsergranaten im Ostteil von Aleppo nieder. Sie sind eine große Gefahr für die Bevölkerung. Die Lage in diesem Teil der Stadt ist sehr schwierig. Der Wiederaufbau erfolgt nur schleppend. Schulen sind nur teilweise geöffnet, weil die Gebäude zerstört sind oder Lehrkräfte fehlen. Wasser- und Stromversorgung funktionieren kaum. Ost-Aleppo gleicht einer Trümmerlandschaft. In dieser Trümmerlandschaft leben Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die durch den Krieg Arme oder Beine verloren haben. Kinder mit Kriegsverletzungen am Kopf, die nicht fachgerecht

medizinisch behandelt wurden, bleiben irreparabel. Ein Leben lang. Manche haben Gehör- und Sehfähigkeiten verloren oder leiden an zerebraler Kinderlähmung. Alle Kinder im Alter von bis zu neun Jahren haben nur Krieg erlebt. Alle leiden an Kriegstraumata. Die Franziskaner in Aleppo stehen den Menschen bei, wo immer sie können. Sie sind bei ihnen geblieben und waren für viele die einzige Rettung. Pater Firas und seine Mitbrüder haben ein umfangreiches Programm

entwickelt, in dem von Kriegsschäden betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene Hilfe erhalten. Es beinhaltet unter anderem Schul- und Förderunterricht, Sprachförderung, physische Rehabilitationsangebote und berufliche Förderprogramme. Insgesamt sind es 1 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Kriegsschäden, die in diesem Programm Hilfe erfahren. Pater Firas bittet uns um Unterstützung, damit diese wichtige Arbeit weitergeführt werden kann.

Brasilien: Sauerstoff geht aus- Hunger kommt

Die Bewohner in der brasilianischen Millionenstadt Manaus und in Alenquer im Amazonasgebiet stehen am Abgrund. Das Corona-Virus bringt Verzweiflung, Angst, Schmerz und Tod an jede Ecke, in die Häuser, in die Familien. Das gesamte Gesundheitssystem ist kollabiert. Patienten werden an den Krankenhaustüren abgewiesen. Medizinisches Personal steht vor leeren Sauerstofftanks und muss hilflos zusehen, wie die Menschen sterben. Wieder sind nicht nur die Kliniken überfüllt. Wieder werden zahllose Gräber ausgehoben.

Diesmal geht den Krankenhäusern mitten im Regenwald auch der Sauerstoff aus. Das ist das Dramatischste. Die Bewohner Manaus‘ hangeln sich von Stunde zu Stunde, von Sauerstofflieferung zu Sauerstofflieferung. Das Leben vieler Menschen hängt an einem seidenen Faden. Und zusätzlich breitet sich Hunger aus. In Alenquer benötigen die Franziskanerinnen in ihrem Krankenhaus, es ist das einzige in der Gemeinde, dringend eine Sauerstoffma- schine, damit sie Sauerstoff selbst herstellen können und nicht auf Lieferungen von aussen angewiesen sind. Schwester Nila setzt alles in Bewegung, um irgendwie an Mittel zu kommen. Sie bittet uns um schnelle Hilfe. Auch im Krankenhaus von Manaus gibt es kaum noch Sauerstoff.

Pater Paolo bittet uns um dringende Hilfe für einen Sauerstoffgenerator, damit die Patienten in der Intensivstation atmen können. Eine weitere Katastrophe ist der Hunger. Er trifft gerade die Ärmsten. Die Verzweiflung der Menschen wird immer grösser. Angst vor dem Hungertod breitet sich aus. Pater Carlo möchte kleine Lebensmittelpakete in regelmässigen Abständen an 100 der ärmsten Familien im Zentrum von Manaus und in den Stadtrandbezirken verteilen. Auch Desinfektionsmittel und Schutzmasken sollen sie erhalten. Die Franziskanerinnen und Franziskaner in Alenquer und Manaus brauchen dringend unsere Unterstützung, damit sie ihre wichtige tägliche Arbeit weiterführen und Leben retten können.

Kenia: Grosses Leid mildern

Schwester Domitilla und ihre Mitschwestern wirken in drei Slums von Nairobi. Sie leisten eine unschätzbare Arbeit an Aidskranken. Durch eine straffe Organi- sation und den Einsatz von 130 Freiwilligen ist es ihnen gelungen, mit wenigen Mitteln 2 000 Patientinnen und Patienten, die in grossem Elend leben, zu helfen. Meist sind es Mütter, die mit zwei oder mehr Kindern in winzigen Einzimmerwohnungen leben müssen. Viele von ihnen waren zur Prostitution gezwungen, um mit ihren Kindern zu überleben. Aids schwächt die Frauen.

Sie können nicht mehr für ihre Kinder da sein oder das Bett verlassen. So kümmern sich die Kinder um ihre kranken Mütter. Die Lage ist herzzerreißend. Schwester Domitilla ist in diesen Slums tagtäglich im Einsatz und unterstützt, wo sie kann. Die Probleme sind vielfältig. Meist geht es um Lebensnotwendiges wie Nahrung für die Kinder der Erkrankten, medizinische Versorgung der Kranken, Hilfe beim Finden eines Bettes im Krankenhaus, Wohnraum, wenn die Miete nicht mehr bezahlt werden kann.

Letztlich kümmern sich die Schwestern auch um Beerdigungen, wenn die Familien sie nicht finanzieren können. Die Aufklärung der Bevölkerung ist den Franziskanerinnen auch ein großes Anliegen. Schwester Domitilla bittet uns um Hilfe, damit sie gemeinsam mit ihren Mitschwestern und den freiwilligen Helferinnen diese wichtige Arbeit an der Menschenwürde weiterführen und grosses Leid lindern können.

Kamerun: Ein Brunnen für das St. Francis Krankenhaus

Der Bürgerkrieg in Kamerun spitzt sich weiter zu. Zivilisten werden angegriffen und getötet. Auch Schulen und Krankenhäuser bleiben nicht verschont. Weil die Welt mit der Corona-Krise beschäftigt ist, finden solche Krisenherde bedrohlicher Gewalt kein Gehör. Die Frankenziskanerinnen des Krankenhauseses St. Francis of Assisi haben selbst im letzten Jahr bittere Erfahrungen der Gewalt erleben müssen. Dennoch arbeiten sie weiter und sind für die Kranken da.

Neben den Gefahren des Bürgerkriegs ist Wassermangel eines der grössten Probleme. Die staatliche Wasserversorgung wird in Trockenzeiten hart rationiert, ist oft unzuverlässig und kostet sehr viel Geld. Das sind Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal, wie wir sie uns hier in der Schweiz nicht vorstellen können. Schwester Victoire schreibt uns:

„Während der Wasserknappheit passen wir die Erwartungen an die Patientenversorgung an und müssen immer wieder Entscheidungen treffen, die die Gesundheit unserer Patienten beeinträchtigen. Aufgrund der Corona-Krise ist die Situation noch schwieriger geworden, da unser Personal und die Patienten die Hygiene-Massnahmen zur Eindämmung des Virus nicht einhalten können.“ Wie auch, wenn es kaum Wasser gibt. Schwester Victoire bittet uns um schnelle Hilfe, damit spätestens im April ein Brunnen gebaut werden kann.

Kamerun: Mit Kanistern auf dem Kopf

Etwa eineinhalb Meter breit ist der kleine Bach in der Nähe von Bangang. Durch schmale Pfade tragen die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule der Franziskanerinnen Kanister, um am Bach braunes Wasser zu schöpfen.

Der Weg zurück ins Dorf ist deutlich kräftezehrender als der Hinweg. Mit den gefüllten Kanistern auf dem Kopf begeben sich die Mädchen und Jungen zurück ins Dorf. Wasser wird den ganzen Tag über gebraucht. Sauberes Trinkwasser ist ein grosser Mangel in der Berufsschule, was die Franziskanerinnen gerade in der Trockenzeit vor grosse Herausforderungen stellt. Die Corona-Krise hat die Situation deutlich verschärft. Wasser zum Händewaschen fehlt ebenso. Zurzeit besuchen alle jene Mädchen und Jungen die Schule, die vor den Abschlussprüfungen stehen.

Das sind insgesamt 896 Schülerinnen und Schüler. Diese Kanister, die sie am Bach füllen, stehen dann neben den Waschbecken, damit sie sich regelmässig die Hände waschen können. Es ist ein unglaublicher Aufwand, diese Kanister den gesamten Tag über gefüllt zu halten.

Schwester Beatrice sendet ihren Hilferuf zu uns. Sie bittet uns um eine dringende Unterstützung von 15 400 Franken, damit auf dem Schulgelände endlich ein Brunnen gebaut werden kann und sauberes Trinkwasser zugänglich wird.

Uganda: Umdenken ist gefordert

Die Ernteerträge sinken rapide, die landwirtschaftliche Methode ist weder wirtschaftlich noch zeitgemäss und trägt nicht zum Erhalt der Schöpfung bei. Die Franziskanerinnen auf der St. Isidore Farm in Buluba sind jetzt gefordert, umzudenken. Die Corona-Krise tut ihr übriges. Lebensmittel werden immer knapper.

Die nächste kleine Regenzeit steht bevor. Jetzt wollen die Schwestern, allen voran Schwester Bernadette, sie ist die Leiterin der Farm, zügig ihre Anbaumethoden auf umweltschonende und nachhaltige Bodenbewirtschaftung umstellen. Die Bodenfruchtbarkeit und die Förderung der Biodiversität werden durch Direktsaat, permanente Bodenbedeckung, Fruchtfolgesysteme, organischen Dünger und mechanische Unkrautbekämpfung gesteigert.

All das führt zu gesunden Nahrungsmitteln. Da die Franziskanerinnen mit den Produkten ihrer Farm über 100 Witwen und Witwer, 80 Waisenkinder und die alten Menschen im Dorf mit Nahrungsmitteln unterstützen, ist es wichtig, eine gute Produktivität zu erlangen und gleichzeitig die Schöpfung neu zu beleben. Die bewirtschafteten Felder der Schwestern dienen den umliegenden Bauern dann als Vorbild für nachhaltige Landwirtschaft.

Damit die neue Aussaat zeitgerecht beginnen kann, bittet Schwester Bernadette uns um eine Hilfe von 27 500 Franken für Saatgut, organischen Dünger, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, 800 Spezialsäcke für die Lagerung der Ernte sowie für Lehrgänge zu nachhaltiger Landwirtschaft.

Indien: Einstehen für Kinder

Chennai, die indische Metropole, pulsiert. In ihr finden sich prunkvoller Reichtum neben absoluter Armut. Kinder, die auf der Strasse leben, sich in feuchten Winkeln und dunklen Löchern Schlafplätze suchen, die kaum zu essen haben und ausgebeutet werden an Leib und Seele.

Die Organisation SEEDS hilft den Strassenkindern seit Jahren. Pater Joseph leitet diese Organisation, die das Wohl der Strassenkinder in den Vordergrund stellt. Mit dem neuen Ansatz, Kinder zu befähigen, ihre Rechte zu kennen und für sie einzustehen, möchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation dafür sorgen, dass Kinder gerade aus zerrütteten Verhältnissen in Chennai erst gar nicht von zu Hause weglaufen. Kinder, die täglich in den Bahnhöfen ankommen, werden betreut wieder zu ihren Eltern gebracht. Sind die Eltern unauffindbar, finden sie in Kinderheimen ein fürsorgliches Zuhause. In einem Trainings- und Partizipationsprogramme in zwölf Slums geschult werden.

Für diese wichtige Arbeit bittet Pater Joseph uns um eine Unterstützung von 25 600 Franken für den Unterhalt von 34 Heimkindern, für Fortbildungen und Gehälter von Lehrkräften.

Indien: Aktive Lebensgestaltung

Zerdrückt, vertrieben, niedergetreten, zerstört und zur Schau gestellt – das bedeutet das Wort „dal“ aus dem Wortstamm von „Dalit“.

Dieses Wort bezeichnet das Leben von Millionen Menschen. Fast ein Fünftel der gesamten indischen Bevölkerung gehört zur Volksgruppe der „Dalit“. Doppelt gezeichnet sind hier Frauen und Mädchen. Sie können kein selbstbestimmtes Leben führen und leiden massiv unter Diskriminierung und Versklavung. Mädchen müssen auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen, Hausarbeit verrichten und werden im Alter von 15 oder 16 Jahren verheiratet. Um ihnen bessere Lebenschancen zu bieten, führen die Franziskanerinnen in Pudupalayam seit sechs Jahren ein College.

Insgesamt besuchen 1.215 Schülerinnen im Alter von 17 bis 20 Jahren diese Schule. Alle kommen aus sehr armen Familien. Hier erhalten die Mädchen eine gute Schulausbildung. Sie lernen, ihr Leben selbst aktiv zu gestalten. Schwester Mary schreibt uns, dass das Fundament des Schulgebäudes durch harsche Klimabedingungen regelrecht ausgewaschen ist. Es muss dringend mit Stahlträgern verstärkt werden. Auch Wände und Böden haben Risse. Eine Sanierung des Gebäudes ist jetzt unvermeidlich geworden. Finanzielle Mittel stehen keine zur Verfügung.

Für die Sanierung des Gebäudes bittet Schwester Mary uns um einen Beitrag von 34 100 Franken.