Mar
23

 

in diesem Moment, wo ich diesen Brief schreibe, herrscht Krieg in Europa. Die Bilder und Nachrichten erschüttern mich, umso mehr, weil ich selber oft in der Ukraine war und mir dieses Land und die Menschen nahe sind. Ich denke an Mitbrüder, Freunde und Bekannte. Ich bin traurig und fühle mich ohnmächtig. Doch gleichzeitig will ich nicht resignieren, nicht untätig sein:

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

Herr lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
Und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Gebet im „franziskanischen Geist“ aus Frankreich

In dieser Situation ist es wichtig, wieder zusammenzufinden, sich dem Wesentlichen, dem zutiefst Menschlichen zuzuwenden und die Verbindung von Mensch zu Mensch mit Liebe zu füllen. Das kann jeder Einzelne von uns tun und in seinem Umfeld dafür sorgen, dass es heller wird. Das ist Friedensarbeit, die im Kleinen bei Vielen beginnt und grosse Veränderungen bewirken kann. Lassen wir uns von der Liebe und dem inneren Wunsch nach Frieden führen, für uns und die Menschen in unserer Umgebung.

Legen wir unser Augenmerk darauf, wie wir in unserer Welt dafür sorgen können, dass es lichter, weicher, wärmer und menschlicher wird, so wie es uns Christus – unser Licht – vorgelebt hat. In diesem Sinn bitte ich Sie in besonderer Weise um Unterstützung unserer Mitbrüder in der Ukraine, welche sich für die Schwächsten einsetzen. Genau diese Menschen leiden jetzt auch wieder am meisten unter dem Krieg.

Trotz allem Negativen, feiern wir auch bald die Auferstehung Jesu Christi. Dieses Fest ist ein Zeichen für den Sieg des Lebens über den Tod, vom Licht über das Dunkel. Ein Licht, das wir hier in Europa so dringend brauchen. Möge dieses Licht der Auferstehung in uns allen leuchten und Frieden in die Länder bringen.

 

Pax et Bonum!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM