Sep
23

fast täglich erreichen uns seit Monaten Hilferufe aus aller Welt. Besonders aus Lateinamerika und Asien. Aber auch unsere Schwestern und Brüder in Afrika schicken ihre Hilferufe zu uns. Jeden Tag sind wir mit dem Leid der Menschen konfrontiert, die von Corona und den Massnahmen zu Schutz und Sicherheit schwer betroffen sind. Sie befinden sich im freien Fall, und es gibt kein Netz, das sie auffängt. Vor allem in den Armenvierteln der Städte ist die Ausbreitungsgefahr besonders gross. Wie sollen Nachbarn im Slum den nötigen Abstand halten, wenn sie Wellblech an Wellblech leben? Wie sich die Hände waschen, wenn Wasser knapp oder gar nicht vorhanden und Seife ein Luxus ist? Desinfektionsmittel fehlen, Schutzkleidung, Krankenhäuser, Ärzte, Nahrungsmittel.

Die Sorgen und Nöte der Menschen wie auch der Franziskanerinnen und Franziskaner, die für die Menschen da sein wollen, berühren uns hier im Missionsverein. Gibt es doch viele wertvolle Beziehungen nach Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa zu unseren Mitbrüdern und ‑schwestern, aber auch zu Kindern und Erwachsenen an diesen Orten der Armut. Da schmerzt es noch viel mehr, zu erfahren, wie sehr diese liebgewonnenen Menschen leiden.

Gleichzeitig ist es ermutigend und bekräftigt unser Engagement, wenn wir sehen, wie Franziskanerinnen und Franziskaner trotz der massiv einschränkenden Bedingungen und fehlender finanzieller Mittel immer Wege finden, wie sie zu den armen und betroffenen Menschen kommen. Wie sie innerhalb kürzester Zeit Nahrungsmittelpakete auf Lastwagen laden, ja sogar in Karretten und auf dem Velo durch unwegsames Gelände zu hungernden Familien in Quarantäne bringen. Wie sie in Armenvierteln Strassenküchen aufbauen, Mahlzeiten zubereiten und an Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer verteilen. Wie sie Sorge dafür tragen, dass Hygieneartikel und Schutzmasken ihren Weg bis hinein in die hintersten Winkel finden, wo wir niemals vermuten würden, dass da Menschen leben. Ihr Wirken ist unbezahlbar, und ich habe eine grosse Achtung für diesen wichtigen, menschlichen Einsatz.

Bei all diesem Engagement spielen Sie eine bedeutende Rolle. Ich bin immer wieder überwältigt von der ausserordentlichen Hilfsbereitschaft und dem grossen Mitgefühl, das so viele Freundinnen und Freunde unseres Missionsvereins gerade jetzt in dieser Krisenzeit zeigen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das ist gelebte Geschwisterlichkeit.

So tun wir unser Bestes und helfen, wo wir können und wo wir gebraucht werden. Franz von Assisi hat seinerzeit da geholfen, wo Menschen verlassen, ausgegrenzt und verstossen waren. Seinen Gedenktag feiern wir am 4. Oktober. An diesem Tag möchte ich speziell alle Menschen, auch Sie, in mein Gebet einschliessen, die in liebender Fürsorge da sind für die Armen.

In diesem Sinne danke ich Ihnen für Ihr Engagement und bitte Sie weiter um Ihre Mithilfe. Möge Gottes Segen Sie in Ihrem täglichen Leben begleiten und Ihnen Gesundheit schenken.

 

Pax et Bonum!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM