Mar
25

 

natürlich wusste ich schon als Kind, dass es der wetterlaunige April ist, der uns an vielen Karfreitagen dunkle Wolken schickte, nicht selten Regen oder vielleicht sogar noch Schnee. Ich habe mir dann die Frage gestellt, wann wohl die Sterbestunde von Jesus am Kreuz von Golgata begann. Es sei die sechste bis neunte Stunde gewesen, so heisst es in der Bibel. Und immer, wenn sich um diese Zeit an einem Karfreitag der Himmel besonders dunkel zeigte, war ich mir sicher, er trauert um den Tod des Gottessohnes.

Der Tod von Jesus am Kreuz, seine Verlassenheit, sein Leiden und die Trauer beschäftigen mich auch heute noch, gerade in diesen Tagen vor Ostern. Aber ich will nicht beim Tod stehen bleiben. Jesus spricht seine letzten Worte am Kreuz: «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist» und vertraut vollkommen darauf, von Gott getragen, in ein neues Leben zu gehen. Und wir wissen, nach Karfreitag kommt Ostern: das leere Grab, das Unverständnis und dann die Freude über die Begegnung mit dem Auferstandenen.

Franz von Assisi lebte eine tiefe Verbundenheit mit Jesus Christus. In seinem berühmten Sonnengesang, geschrieben in einer Zeit tiefer persönlicher Depression, bezeichnet er den Tod als seinen Bruder. Er vertraute darauf, dass er durch ihn in das neue Leben geführt wird.

Wie es Franziskus tat, so widmen auch wir vom Missionsverein uns dem Leben, dem all unsere Zuwendung gehört. Wir tragen Sorge dafür, dass unsere notleidenden Mitmenschen in Afrika, Asien und Lateinamerika wichtige Lebenshilfen erhalten, die ihren Alltag erleichtern und Zukunftschancen eröffnen.

Ich freue mich, dass Sie bei dieser wichtigen Arbeit für die Menschenwürde weltweit an unserer Seite sind und danke im Namen all derer, denen diese Hilfe zukommt. Danke, dass Sie uns auch weiterhin in diesem Dienst unterstützen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes, frohes Osterfest und sende Ihnen den österlichen Gruss:

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

 

Pax et Bonum!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM