May
31

   

«Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.» (Apg 2.32). Dieser Satz aus der Apostelgeschichte geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Petrus hat diese Worte am Pfingstfest zu den Menschen in Jerusalem gesprochen. Er ist Jesus als dem Auferstandenen, als dem Lebendigen begegnet, und davon will er Zeugnis geben.

Gott sandte seinen Geist an Pfingsten, die Jünger redeten plötzlich in allen Sprachen und gingen in die ganze Welt hinaus. Der Geist Gottes verband die Menschen über alle Nationen und Kulturen hinweg. All dies geschah vor 2000 Jahren, doch immer wieder wurden Menschen von diesem Geist erfasst. Sie gehen auch heute hinaus und sind Zeugen seines Wirkens, seiner Lebendigkeit.

Franziskus hat Gottes Geist der geschwisterlichen Verbundenheit auf ganz radikale Weise gelebt. In der Schöpfung entdeckte er die Schwester Sonne, Mutter Erde, ja sogar den Bruder Tod. In der weltweiten
franziskanischen Familie versuchen wir auch heute diese geschwisterliche Liebe zu leben und so Zeugen
von Jesu Lebendigkeit zu sein. Wir tun dies insbesondere in der Begegnung und im Dienst an den
Mitmenschen am Rande der Gesellschaft, mit den Armen. Dort wollen wir den Menschen in Liebe begegnen,
Armut lindern und gegen Ungerechtigkeit angehen.

So wollen wir uns für die so genannten «Catadores» im brasilianischen São Paulo einsetzen. Sie sind als Müllsammler für die Stadt und die Bevölkerung von immensem Wert. Dennoch fristen sie ihr Dasein als Aussenseiter, meist obdachlos und stigmatisiert. Sogar Kinder schlagen sich als Müllsammler durch die Härte des Lebens.

Am Herzen liegen uns die Aidskranken im Hospiz St. Clare, im
thailändischen Lamsai. Hier finden Menschen, auf ihrem letzten
Lebensabschnitt, Fürsorge und Würde. Auf unsere Hilfe angewiesen sind auch 35 Jugendliche in Burkina Faso. Sie durchlaufen eine berufliche Ausbildung bei den
Franziskanern in Roumentenga. Ihrem Problem des täglichen Wassermangels möchten wir Abhilfe schaffen.
Und schliesslich brauchen uns die Mädchen im indischen Chennai. Dort besuchen 2 178 Mädchen
eine weiterführende Schule, die aus allen Nähten platzt. Mit dem Bau von vier zusätzlichen Klassenzimmern
können wir helfen.

Wir Menschen sind es, die wir durch unser Handeln die Möglichkeit haben, den Geist Gottes in die Welt
zu tragen. So kann er sich ausbreiten und wirken, so können wir uns tiefer von Ihm berühren lassen und
so verändern wir die Welt.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Pfingstfest und dass der Geist Gottes, der alles Verstehen übersteigt,
auch immer mehr Ihren Alltag durchdringt.

In dankbarer Verbundenheit.

Pax et Bonum!

Ihr

Bruder Mathias Müller OFM